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Die
Multiple Sklerose (MS) - Enzephalomyelitis disseminata
ist eine chronische Erkrankung des Gehirns und des Rückenmarkes
(Zentrales Nervensystem). Die MS gehört in die Gruppe der Autoimmunerkrankungen.
Das
körpereigene Abwehrsystem (unser Immunsystem), zerstört
fälschlicherweise auch das Myelin des zentralen Nervensystems,
weil dieses nicht erkannt wird (demyelinisierend). Das Myelin
kann man sich vorstellen wie eine Isolierung eines Kabels. Durch
eine Schädigung des Myelins kommt es zu Störungen der Nervenimpulse
vom Gehirn weg und zum Gehirn hin. Diese Schädigungen nennt
man Läsionen und können im MRT sichtbar gemacht werden. Folge
davon sind Lähmungen und sensible Reizerscheinungen.
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Multiple
Sklerose bedeutet:
Multipel = zu verschiedenen Zeiten an unterschiedlichen Orten
Sklerose
= verhärtet.
Die
hoch ist die Wahrscheinlichkeit an Multipler Sklerose zu erkranken?
Sie ist mit 30 bis 80 Erkrankungen auf 100.000 Menschen eine recht
häufige neurologische Krankheit. Frauen erkranken zu ca. 2/3 Männer
zu 1/3. Das Haupterkrankungsalter liegt zwischen dem 15. und 40.
Lebensjahr.
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Gibt
es eine Ursache für die Entstehung einer Multiple Sklerose?
Ist leider nicht bekannt. Eine Schlüsselrolle bei der Entstehung
der MS spielen die T-Zellen der Immunabwehr. Normalerweise können
sie diese zwischen Eindringlingen wie Bakterien oder Viren unterscheiden
und gelangen nicht in das Nervensystem. Man nimmt an, dass die
Krankheit als Folge auf einen Virusinfekt vor längerer Zeit
bestand, entsteht. Wahrscheinlich ist aber ein Zusammentreffen
mehrerer verschiedener Faktoren erforderlich, um eine solche fehlerhafte
Immunreaktion auszulösen.
Es gibt auch regionale Verteilungsunterschiede der Erkrankung.
Menschen mit europäischer Abstammung erkranken am häufigsten,
Japaner am seltensten.
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Welche
Symptome gibt es bei der MS?
Es gibt keine einheitliche MS. Die meisten MS'ler erleben die
MS unterschiedlich. Es kommt darauf an, wo sich die entzündliche
Reaktion befindet.
Häufig
bei der MS auftretende Beschwerden sind:
- Sehstörungen: verschwommenes Sehen, Doppelbilder
- Koordinationsstörungen; Schwindel, Unsicherheit beim Gehen
- Lähmungserscheinungen
- Kraftminderung
- Sensibilitätsstörungen: Kribbeln, pelziges Gefühl auf der
Haut, Taubheitsgefühl, brennendes Gefühl
- Harnblasen- und Darmfunktionsstörungen
- Sexualfunktionsstörungen
- Störung der Hirnleistung
- Stimmungsveränderungen
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Vorhersage
des Krankheitsverlaufes:
Eine genau Vorhersage, wie die Krankheit beim Einzelnen verlufen
wird, gibt es nicht. Der grösste Teil der Neuerkrankten durchleben
immer wieder Schübe. Ein "Schub" ist das Auftreten neuer
oder die Verschlechterung bestehender Symptome über mindestens
24 Stunden. Die Störungen bilden sich nach Tagen oder Wochen mehr
oder weniger zurück.
1/3 der Erkrankten ist auch nach langjährigem Bestehen ihrer MS
kaum beeinträchtigt. Ganz selten besteht eine rasche Verschlimmerung
des Zustandes bis zur vollständigen Invalidität.
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Welche
Verlaufsformen unterscheidet man:
- Gutartiger (benigner) Verlauf: etwa 30%, nach meist ein bis
zwei Schüben tritt keine weitere Verschlechterung
ein, Patienten bleiben auf längere Sicht nicht oder
nur minimal behindert.
- Schubförmiger Verlauf mit vollständigen Remissionen: etwa 25%,
Auftreten wiederholter nicht vorhersehbarer Schübe
mit vollständiger oder nur teilweiser Rückbildung
der Symptome. Die Krankheit kann aber auch für Monate
oder Jahre ruhen.
- Schubförmig progredienter Verlauf: schleichende Verschlechterung
der Beschwerden mit zusätzlichen akuten Verschlechterungen.
- Sekundär progredienter Verlauf: 30-40%, Übergang von einem anfangs
schubförmigen Verlauf in einen kontinuierlich fortschreitenden
Verlauf.
- Primär progredienter Verlauf: ist die seltenste Verlaufsform,
aber auch schwerwiegendste Form der MS. Sie trifft
ungefähr 5 - 10% Prozent, meist ist der Krankheitsbeginn
bei diesem Verlauf sehr spät. Hier treten keine Schübe
auf und der körperliche Zustand verschlechtert sich kontinuierlich.
Das Fortschreiten kann zum Stillstand kommen.
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Wie
kann man Multiple Sklerose diagnostizieren?
mindestens 2 Schübe oder Progredienz über mehr als ein halbes
Jahr) und betroffen sein mehrerer Bereiche des Zentralnervensystems
(mindestens zwei von einander getrennter Regionen). Zudem müssen
andere mögliche Krankheitsursachen, z.B. ein Schlaganfall, ausgeschlossen
werden. Um die Diagnose zu sichern, werden verschiedene Zusatzuntersuchungen
durchgeführt: - Untersuchung der evozierten Potenziale (EP): Bei
der Messung der EP werden nach Reizung von Seh-, Hör- und sensibler
Nerven Hirnstromkurven abgeleitet. Hierdurch können Veränderungen
der Nervenleitung in Form von herabgesetzter Leitungsgeschwindigkeit
und Impulsstärke erkannt werden. Die Untersuchung ist weder belastend
noch schmerzhaft. - Kernspintomographie (MRT): Die Kernspintomographie
bildet in hoher Auflösung die Strukturen von Gehirn und Rückenmark
ab. Hierdurch können die Entzündungsherde sichtbar gemacht werden.
Allein vom Bild der Kernspintomographie kann die Diagnose einer
MS nicht gestellt werden. Durch die Beurteilung von Aussehen,
Zahl, Größe und Verteilungsmuster der Herde ergeben sich hiefür
aber wichtige Hinweise. - Liquordiagnostik: Das Nervenwasser (Liquor
cerebrospinalis) umspült das Gehirn und Rückenmark. Durch die
Untersuchung des Liquors können für die MS charakteristische Entzündungszeichen
nachgewiesen werden. Bei der wenig belastenden Untersuchung werden
davon wenige Milliliter unterhalb des Endes des Rückenmarks vom
Rücken aus entnommen und auf Zellen und bestimmte Eiweißverbindungen
untersucht.
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Welche
Therapiemöglichkeiten gibt es bei der MS?
Während eines Schubes: Am wirksamsten hat sich die Infusionsbehandlung
über 3 - 5 Tage mit jeweils 1g (Methyl)-prednisolon erwiesen.
Kortison hemmt den akuten Entzündungsprozess an den Markscheiden
der Nervenzellen. In Einzelfällen kann hieran anschließend eine
kurzdauernde niedriger dosierte Fortsetzung der Behandlung in
Tablettenform sinnvoll sein. Die Dauermedikation mit Kortison
ist nicht wirksam.
Ziel der Schubbehandlung ist die Schubdauer zu verkürzen und die
Rückbildung der Schubsymptome zu verbessern.
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Was
ist bei der Familienplanung zu beachten?
Die Multiple Sklerose ist keine Erbkrankheit. Ein negativer Einfluss
auf den spontanen Krankheitsverlauf durch Schwangerschaft und
Geburt besteht nicht. Während der Schwangerschaft besteht sogar
eine verminderte Schubfrequenz. Kurz nach der Geburt ist die Schubfrequenz
etwas erhöht, möglicherweise bedingt durch die hormonelle Umstellung
oder die des Lebensrhythmus.
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